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Editorial Virginia Nr. 60 (Frühjahr 2017)

 

Liebe Leserinnen,

Sechzig Ausgaben der Virginia! Auch diesmal gibt es, nach unserem Dreißigjährigen der letzten Ausgabe, wieder einen Grund zu feiern.

Aber wie sich auf vielen Ebenen zeigt: Trotz aller Errungenschaften der letzten 30 Jahre gibt es nach wie vor noch viel zu tun. Dies wird uns in letzter Zeit immer wieder deutlich gemacht. Wenn, wie gerade im Europaparlament geschehen, ein polnischer Politiker meint, dass Frauen "natürlich" weniger verdienen müssen als Männer, da sie schwächer, kleiner und weniger intelligent sein, so bleibt dies immerhin nicht unwidersprochen stehen. Nicht nur bekommt er eine Replik einer spanischen Sozialdemokratin, sondern ihm drohen auch Sanktionen des Parlaments aufgrund seines Sexismus. Die Wahl eines sexistischen Präsidenten in den USA wurde leider nicht verhindert, hat jedoch zu zahlreichen Women´s Marches, zu weltweiten Märschen von Frauen, geführt.

Auch im Literaturbereich dominiert der männliche Blick und werden Männer häufiger mit Preisen ausgezeichnet als Frauen. Zugleich werden die Bücher von Autorinnen immer noch weitaus seltener besprochen als die ihrer männlichen Kollegen, bekommen Schriftstellerinnen immer noch sehr viel weniger Aufmerksamkeit als Schriftsteller. Umso mehr freut es uns, dass Yoko Tawada Ende des letzten Jahres mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. In dieser Ausgabe stellen wir ihre beiden zuletzt erschienenen Werke vor.

Auch sonst werden wir weiterhin unseren Blick auf Leben und Arbeiten von Frauen richten: ob auf Briefe von Clara Zetkin und Selma Lagerlöf oder auf Gedichte, Montagen und Essays der galizischen Avantgarde-Schriftstellerin Debora Vogel. Wir stellen die neue Gudrun Ensslin-Biografie sowie die Autobiografie von Gloria Steinem vor, einer der Ikonen der US-amerikanischen Frauenbewegung, und widmen uns nicht zuletzt den politischen Debatten und Auseinandersetzungen um Eugenik und um Vergewaltigung. Daneben werden jedoch natürlich auch in dieser Ausgabe wieder interessante Romane von Autorinnen wie auch Bücher rezensiert, die einen Blick auf andere Kulturen werfen. Wie immer gibt es viel zu entdecken!

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie die Virginia auch gerne abonnieren können, entweder für sich selbst oder für eine andere - als kleines Dankeschön für die Unterstützung unserer Arbeit durch ein Förder-Abo erhalten Sie eine Buchüberraschung!

Viel Spaß beim Lesen!